Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2011

Die Internetverbreitung in Deutschland steigt weiter an. 2,7 Millionen neue Onliner binnen eines Jahres, die meisten von ihnen aus der Altersgruppe der Über-60-Jährigen. Mit anderen Worten: Nahezu dreiviertel der erwachsenen Bevölkerung in der Bundesrepublik sind online. Die Zahlen der ARD/ZDF-Onlinestudie waren wohl selten so beeindruckend wie im 20. Jahr nach der Erfindung des World Wide Web.

Zum bereits 15. Mal hat die Enigma GfK Medien- und Marketingforschung im Auftrag des BR, hr, RBB, SWR und ZDF die Internetnutzung der Deutschen erhoben.  Die repräsentative Befragung zeichnet 2011 ein völlig anderes Bild, als bei der ersten Untersuchung im Jahr 1997. Damals waren gerade einmal 6,5 Prozent der Deutschen im Internet. Jung, männlich und gut gebildet, das sind die wesentlichen Attribute dieser „Early Adopters“. Im Jahr 2011  ist der Onliner „erwachsen“ geworden und mittlerweile durchschnittlich 40 Jahre alt. Die Kluft zwischen den Geschlechtern verringert sich und auch das Nutzungsverhalten der Generationen – zumindest in den klassischen Anwendungen wie E-Mail-Kommunikation und Informationssuche – nähert sich an.

Silver Surfer entdecken das Web

Ganz besonders interessant ist die Entwicklung der Internetnutzung in der Altersgruppe der Über-60-Jährigen. Der Zuwachs von 2,7 Millionen neuen deutschen Onlinern innerhalb des vergangenen Jahres erklärt sich nahezu ausschließlich aus diesem Alterssegment. Die Autoren der ARD/ZDF-Onlinestudie meinen: Von der Generation der so genannten Silver Surfer ist in Zukunft noch einiges an Wachstum zu erwarten. Immerhin machen die Über-60-Jährigen in Deutschland mehr als 20 Millionen Menschen aus und erst jeder Dritte von ihnen surft im Internet.

Männer nach wie vor etwas Internet affiner als Frauen

Während die Gruppe der Silver Surfer vor allem männlich dominiert ist (29,8 versus 9,1 Prozent), liegen die Geschlechter in den Altersgrupppen 14 bis 29 sowie 20 bis 49 in ihrer Internetnutzng nahezu gleich auf. Dennoch: Männer sind im Allgemeinen Internet affiner und aktiver im Netz. Sie nutzen mehr zeitaufwendigere Anwendungen als Frauen, betreiben häufiger Blogs usw. Einzig in der Nutzung von Onlinecommunities liegt der Anteil der Frauen, die diese mindestens einmal pro Woche nutzen, etwas höher, als bei den männlichen Onlinern.

Suchmaschinennutzung bleibt beliebteste Online-Anwendung

Wesentlich spannender ist die Frage, was die inzwischen 51,7 Millionen deutschen Onliner im Netz tun: Auf Platz eins und zwei der meist genutzten Online-Anwendungen liegen – wie schon seit 15 Jahren – dass Senden und Empfangen von E-Mails (80 Prozent) sowie die Nutzung von Suchmaschinen (83 Prozent). 47 Prozent der befragten Onliner surfen der Studie zufolge gern einfach so im Internet und jeder Dritte erledigt seine Bankgeschäfte online. Vor allem die jüngeren Altersgruppen nutzen häufig Onlinecommunities (71 Prozent der 14 bis 29-Jährigen). Immerhin 68 Prozent der deutschen Onliner sehen sich 2011 Videos im Internet an. Besonders beliebt dabei: Videoportale (58 Prozent), zeitversetztes Fernsehen (29 Prozent), aber auch live Fernsehen (21 Prozen) und ferner Videopodcasts (4 Prozent). Jeder zweite deutsche Internetnutzer hat inzwischen auch Erfahrung mit Audios im Netz gesammelt.  Besonders das Livehören von Radioprogrammen im Internet hat in den letzten Jahren an Attraktivität gewonnen, Mittlerweile gibt es in Deutschland 14,06 Millionen Internet-Radiohörer.

Anteil mobiler Internetnutzer hat sich verdoppelt

Wenig überraschend: Im Jahr der vierten iPhone-Generation schlägt sich das Stichwort „mobil“ auch deutlicher denn je in der ARD/ZDF-Online-Studie nieder. Nur noch drei von vier Onlinern nutzen einen PC für den Internetzugang, jeder Zweite surft mit dem Laptop und immerhin 16 Prozent der deutschen Onliner nutzen das Internet via moderner Handys, Smartphones und anderer mobiler Endgeräte. Ihr Anteil hat sich im Vergleich zum Vorjahr vedoppelt. Der typische mobile Surfer ist dabei männlich und jünger als 30 Jahre. Personen, die das Internet mobil nutzen, tun dies vor allem zur Kommunikation sowie um aktuelle Verkehrs- und Wetterinformationen abzurufen. Darüber hinaus verbinden sie sich häufig über Apps mit sozialen Netzwerken oder laden sich kleine Spielanwendungen herunter.

Alles in einem ist auch die neue ARD/ZDF-Onlinestudie wieder ein Hinweis darauf, dass Online-Angebote sich mehr und mehr in unseren Alltag integrieren. Als Leitmedium Nummer eins – so schlussfolgern die Autoren – werden die Onlinemedien das Fernsehen jedoch so schnell nichrt verdrängen und starke TV- und Printmedien werden sich auch auf den (nicht mehr ganz so) neuen Abrufplattformen behaupten.

Welche Zahlen sind Ihnen beim Lesen der neuen Nutzungsstudie besonders aufgefallen? Was sind Ihre meist genutzten Anwendungen im Internet und gehören auch Sie zu den mittlerweile 16 Prozent der deutschen Onliner, die das Internet mobil nutzen?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Viele Grüße

Franziska Bravo Roger

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