E-Recruiting wird mobil

Die klassische Stellenanzeige in der Zeitung weicht dem E-Recruiting immer mehr. Deutsche Top-Unternehmen veröffentlichen mittlerweile 87 Prozent aller freien Stellen auf der eigenen Website und 61,2 Prozent in Online-Stellenportalen. Das ergab die aktuelle „Recruitung Trends“-Studie des Centre of Human Resources Information Systems. Mit dem Aufkommen sozialer Netzwerke im Web 2.0 hat das E-Recruiting noch einmal neue Dimensionen angenommen. 12,7 Prozent der in der „Recruiting Trends“-Studie befragten Unternehmen schalten regelmäßig Stellenanzeigen bei Xing, Twitter, Facebook und LinkedIn.Die rasant ansteigende mobile Internetnutzung könnte nun einen weiteren Trend im E-Recruiting begünstigen: Das Mobile Recruiting.

Dabei handelt es sich um neue Formen der Personalbeschaffung, bei denen Firmen unter Nutzung mobiler Endgeräte, allen voran Smartphones, um Mitarbeiter werben. Unternehmen machen sich dazu die umfangreichen mobilen Zugangstechnologien wie Bluetooth, WLAN, GPS und mobilen Internetzugang zunutze.

Wie das am konkreten Fall aussehen kann, zeigen die Praxisbeispiele der ReMoMedia, einer Forschergruppe, die sich – gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung – mit dem Themengebiet des Mobile Recruitings auseinandersetzt. Einige Unternehmen setzen demnach bei der Mitarbeitersuche bereits auf das so genannte Mobile Tagging. Dabei kommen so genannte QR-Codes zum Einsatz, die mit einem Foto-Handy gelesen werden können und den Interessenten anschließend direkt auf das mobile Karriereportal der Firma leiten. Vorbildcharakter besitzt dabei zum Beispiel die Mobile Tagging-Initiative der BMW Group Ausbildung. Der Konzern hat bereits 2009 QR-Codes in Printmedien eingebunden, um so vor allem die junge, Technik affine Zielgruppe anzusprechen. In Zusammenarbeit mit der Hochschule RheinMain wurden in Wiesbadener Stadtbussen sowie an Universitäten und Fachhochschulen in der Region QR-Codes platziert, die über das Ausbildungs- und Berufsangebot bei BMW informierten. Auch Aldi Süd hat seinen Personalmarketing-Mix bereits seit einiger Zeit um QR-Codes erweitert. Nach Abscannen der Codes, die auf Werbeplakaten platziert werden, gelangen potenzielle Bewerber auf eine mobile Internetseite, die unter anderem mit Erfahrungsberichten von Aldi-Azubis wirbt. Potenzial in Sachen Mobile Recruiting steckt auch in ortsbasierten Diensten wie Foursquare, bei denen die GPS-Funktionalität vieler moderner Smartphones genutzt wird. Die Deutsche Bahn hat bereits in einem Pilotprojekt gezeigt, wie sich die Technik sinnvoll für das Recruiting einsetzen lässt. Foursquare-Nutzer, die ihren Freunden mitgeteilt haben, dass sie sich gerade am Berliner Hauptbahnhof befinden, bot der Konzern ein besonderes Extra: Mit dem Smartphone wurden die potenziellen Mitarbeiter virtuell hinter die Kulissen des Bahnhofes geführt, wo sie verschiedene Berufe rund um den Zugverkehr kennenlernen konnten. Gleichzeitig wurde der Nutzer auf aktuell verfügbare freie Stellenangebote hingewiesen . Für Bewerber, die mit dem Smartphone auf Jobsuche gehen wollen, gibt es darüber hinaus auch spezielle Apps, wie zum Beispiel die StepStone Job App. iOs und Android-Nutzern bietet sie 50.000 Jobs für die Hosentasche. Unter Nutzung der GPS-Funktion können sich Bewerber beispielsweise auch passende Jobs in der Umgebung anzeigen lassen. Alles in einem bietet Mobile Recruiting vielfältige Möglichkeiten bei der Mitarbeiter- und Jobsuche. Den Untergang klassischer Stellenanzeigen in Print- und Onlinemedien zu beschreien, wäre wohl übertrieben. Mit innovativen Ideen im Mobile Recruiting dürften aktive Unternehmen aber insbesondere bei jüngeren Zielgruppen punkten. Allerdings: Valide Ergebnisse zu Reichweite und Effektivität des Mobile Recruitings stehen bislang noch aus. Eintagsfliege oder Zukunftsparadigma – Wie ist Ihre Meinung zum Mobile Recruiting? Könnten Sie sich vorstellen, beispielsweise mit QR-Codes um Azubis zu werben? Und glauben Sie, dass sich der Trend zur mobilen Mitarbeitersuche in allen Branchen umsetzen ließe?

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

Beste Grüße

Franziska Bravo Roger

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